
Es ist erst 7 Handelstage her, dass sich der DAX unterhalb der sowohl psychologisch als auch charttechnisch wichtigen Marke von 23.000 Punkten befand. Da konnte man als „Techniker“ mit weiteren empfindlichen Abgaben rechnen. Doch weit gefehlt. Innerhalb von 4 Handelstagen legte der DAX wieder rund 1.000 Punkte zu und ließ die Hoffnung auf die ersehnte Jahresendrallye mit dem beginnenden Dezember wieder aufkommen.
Einziger Wermutstropfen der jüngsten Erholung: Die Handelsvolumina waren rückläufig.
Als wäre dies ein Warnzeichen gewesen, rasselte der DAX heute Vormittag zunächst durch die Unterstützung bei 23.650/675 Punkten, um – zumindest vorerst – bei der nächsten Unterstützung bei 23.440/90 Punkten einen Gegenkonter Richtung Norden zu starten. Die erwünschte Vorweihnachtsruhe mit krönender Jahresendrallye ist das noch nicht. Vielleicht helfen uns die US-Indizes ja mal wieder auf die Sprünge.
Bulle & Bär spielen aktuell auf jeden Fall Katz & Maus.
Der letzte große (planbare) Termin an den Aktienbörsen in diesem Jahr ist der Dezember-Verfall an den Terminbörsen am 19. des Monats. Anschließend dürfte es erst wieder im Januar zu neuen Positionierungen der Marktteilnehmer kommen.
Weiterhin sind es nur wenige Aktien, die hierzulande überzeugen. Die DAX-Schwergewichte – SAP, Siemens, Deutsche Telekom – zählen nicht dazu. Das lähmt letztlich den DAX – und auch die Aktien mit relativer Stärke bzw. Momentum. Die bevorzugen ein harmonisches Zuhause – sprich: ein robust steigendes Marktumfeld.
Von den 160 Titeln aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX konnten in der zurückliegenden Woche 9 Aktien ein neues 52-Wochen-Hoch markieren (Vorwoche 2). 6 Titel (Vorwoche 26) fielen auf ein neues 52-Wochen-Tief. Die Stabilisierung in den Indizes stoppte zumindest eine weitere Erosion bei den 52-Wochen-Tiefs.
Das Portfolio des Deutsche Aktien SYSTEM hat sich in den letzten Tagen deutlich ausgedünnt. Unter anderem hat es unsere Rüstungstitel Rheinmetall und Hensoldt erwischt, die in diesem Jahr per Saldo allerdings – trotz der jüngsten Rückschläge – massiv zulegen konnten. Beide Titel unterschritten zuletzt ihre Stop-Limits und wurden entsprechend verkauft.
Nachdem heute auch Friedrich Vorwerk und AlzChem unter ihre Stop-Marken fielen, wurde das Portfolio des Fonds auf 13 Titel (statt 20 bei Vollinvestition) zurückgestutzt.
Die Aktienquote reduzierte sich damit auf rund 66,5%.
Mit Bayer gab es in den letzten Tagen lediglich eine Neuaufnahme im Deutsche Aktien SYSTEM. Die Aktie, die bereits seit Langem um einen neuen nachhaltigen Aufwärtstrend kämpft, empfahl sich als Position 14 unseres internen Momentum-Scorings mit einem Kaufsignal für höhere Weihen.
Mit Überschreiten der 30 EUR-Marke könnte nun eine wichtige Hürde genommen worden sein.

Chart von stock3.com
Der Kauf von Monsanto im Jahre 2018 hat sich für Bayer als unfassbar teures Unterfangen erwiesen. Heute noch kämpft der ehemalige Branchenprimus mit unzähligen Schadensersatzklagen vor US-Gerichten. Es wäre wünschenswert, wenn zukünftig wieder unternehmerische Erfolgsmeldungen in den Vordergrund rücken – bestenfalls flankiert mit einem Ende der Gerichtsverfahren in den USA.
Unter anderem 1&1, Aurubis, KWS Saat, SMA Solar und Salzgitter bewerben sich derzeit um einen Platz im Portfolio des Deutsche Aktien SYSTEM. Aber wie das im Leben so ist: Nur die Harten kommen in den Garten. Allen Titeln ist gemeinsam, dass der letzte Zündfunke noch fehlt.
