Auch wenn es zugegebenermaßen äußerst schwerfällt: Vielleicht sollten wir versuchen, die Ereignisse der letzten Wochen mit gallischer Intuitiv-Analytik zu betrachten. Vermutlich hat es einfach nur Hinkelsteine geregnet und der eine oder andere Regierungsvorsteher stand halt etwas ungünstig.

Die deutschen Aktienmärkte präsentieren sich trotz allem jüngst in einer bemerkenswerten Divergenz zwischen technischer Stärke und einem hochgradig instabilen fundamentalen Umfeld. Während die Kurse eine bullische Sprache sprechen, braut sich an der geopolitischen Front ein möglicher Sturm zusammen, der die Versorgungsketten der deutschen Industrie erneut auf die Probe stellen könnte.
DAX

Chart von stock3.com
DAX und SDAX zeigen eine ebenso beeindruckende wie bewundernswerte Erholungstendenz. Nach dem heftigen Rücksetzer im März haben sich beide Indizes in Windeseile stabilisiert und stehen nun unmittelbar davor, ihre Allzeithochs erneut zu testen. Die psychologisch wichtigen Marken sind in Reichweite.
SDAX

Auch das Sorgenkind MDAX ist kurzfristig betrachtet auf einem guten Weg und konnte sich kräftig erholen. Hier fehlen allerdings noch rund 15% bis zum Allzeithoch aus 2021. Die strukturelle Schwäche von 2021 bis Ende 2024 wirkt aktuell noch etwas nach, löst sich seither aber erfreulicherweise zunehmend auf.
Trotz der Kursgewinne bleibt die Lage fundamental prekär. Die Blockade der Straße von Hormus ist das Damoklesschwert für die Weltwirtschaft. Die Folgen sind nicht nur in den direkt steigenden Preisen für Erdöl und Erdgas spürbar, sondern ziehen aktuell weite Kreise in die Realwirtschaft:
1. Düngemittel-Krise: Die hohen Erdgaspreise (als Basis für die Stickstoffsynthese) machen die Produktion von Düngemitteln zunehmend unrentabel. Eine Verknappung droht die Agrarpreise nach oben zu treiben und damit auch die ohnehin bereits relativ hohe Inflation weiter anzuheizen.
2. Helium-Mangel: Oft unterschätzt, aber kritisch: Helium ist für Hochtechnologie und medizinische Geräte unersetzlich. Die strategische Verknappung dieses Edelgases trifft die Industrie an einem empfindlichen Punkt.
3. Kerosin und Logistik: Die Transportkosten steigen durch die Energiepreise massiv an. Dazu ist die Versorgungssicherheit gefährdet, was ebenfalls einen Unsicherheitsfaktor darstellt.
Vor allem die Aktienmärkte wetten aktuell auf eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus oder eine schnelle diplomatische Lösung. Es ist erstaunlich, wie euphorisch die Märkte positive Nachrichten aufnehmen, ohne sich von negativen Meldungen die Partylaune wirklich verderben zu lassen. Die Psychopharmaka, die der Markt zu sich nimmt, müssen gut sein: Er strotzt vor Selbstbewusstsein.
Man müsste über hellseherische Fähigkeiten verfügen, um in diesem Umfeld eine verlässliche Prognose für das Jahresende zu wagen. Es wäre denkbar, dass die technische Stärke die fundamentalen Gegebenheiten noch eine Zeit lang überdeckt, denn auch saisonal herrscht noch Rückenwind. Doch als Anleger sollte man sich darüber bewusst sein, dass die Folgewirkungen der Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite ein Stolperstein für die aktuellen Kursniveaus werden könnten.
Von den 160 Aktien aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX erreichten in der zurückliegenden Woche 16 Titel ein neues 52-Wochen-Hoch – nach 15 in der Vorwoche. Auf ein neues 52-Wochen-Tief fielen mit Nemetschek und Hella hingegen 2 Werte (Vorwoche 3). Hier ist das technische Bild also unaufgeregt – weder von Hysterie, noch von Euphorie eine Spur.
Die jüngste Erholung in den deutschen Aktienindizes hat im Deutsche Aktien System zu einer weiteren Erhöhung der Aktienquote geführt. Nach gut 65% in der Vorwoche liegt die Aktienquote aktuell bei knapp 87%. Neue Kaufsignale sahen wir bei AlzChem, Befesa, Jenoptik, PVA TePla und bei Siltronic. Der Fonds ist damit in 18 Titeln (von 20 bei Vollinvestition) investiert.
Seit Jahresstart hat der Deutsche Aktien System mit +8,17% (Anteilsklasse A) bzw. +8,29% (Anteilsklasse I) im Vergleich zu den deutschen Indizes die Nase erneut vorn.
Zum vollständigen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link:
Portfolio DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM
Die aktuellen Monatsberichte für die Anteilsklasse A und I finden Sie hier:
