Heute Nacht gaben die DAX-Bullen den sehr wichtigen Bereich bei rund 23.300 Punkten auf, vorbörslich notierte der DAX heute Morgen im Tief bereits bei 23.150 Punkten. Anschließend rangelte er immerhin wieder mir der 23.300er-Marke.
Dieses Niveau gilt es – zumindest charttechnisch betrachtet – unbedingt zu verteidigen. Gelingt dies nicht und wir sacken gar unter die 23.000er-Marke, wird die Luft ausgesprochen dünn. Ein Durchreichen bis auf 20.600 Punkte dürfte dann am Ende nicht verwundern, da dem DAX im Stolpermodus bis dahin keine wesentlichen Unterstützungen den Rücken stärken. Der DAX tanzt derzeit mit Bulle & Bär also auf dem Vulkan.
Man würde die beiden Tanzpartner des DAX gerne zur Räson bringen.

So unentschlossen sieht der DAX seit Mitte Juni aus… Aszendent Kalte Füße:

Chart von stock3.com
Dass die Märkte genau jetzt damit beginnen, mit dem Feuer zu spielen, wirkt für den einen oder anderen alten Hasen wie eine Ironie des Schicksals. Denn – so der Gedanke – wenn der letzte Bär die Flinte ins Korn wirft und wirklich keiner mehr an einen Einbruch an den Aktienmärkten zu glauben scheint, sollte man sich warm anziehen.
Michael Burry, der frühzeitig die 2008er-Finanzkrise vorausgesehen hat und in den letzten Monaten vor einer drastischen Überbewertung bei KI-Aktien gewarnt hat, könnte man durchaus als diesen „letzten Bären“ betrachten. Burry wurde einer breiten Öffentlichkeit durch das Buch „The Big Short“ von Michael Lewis und den gleichnamigen Kinofilm bekannt. Ende Oktober kündigte Burry gegenüber seinen Investoren an, seinen Hedgefonds aufzulösen, da seine Bewertungsmaßstäbe mit denen des Marktes bereits seit geraumer Zeit nicht mehr in Einklang zu bringen seien.
Da man an den Kapitalmärkten immer nach derartigen Geschichten sucht, hätte man mit Michael Burrys Flintenwurf eine gefunden – allerdings nur, wenn die Märkte von nun an wirklich auf Tauchstation gehen.
Ansonsten störte die Markteilnehmer in der letzten Woche, dass die FED die Zinssenkungshoffnungen etwas abgekühlt hat.
Die Anzahl der Aktien, die sich erfolgreich gegen die Abgaben stemmen können, wird hierzulande leider immer geringer. Die Schwäche bei den Schwergewichten SAP und Siemens lastet zusätzlich auf dem DAX.
Ob unsere Versorger und Banken – RWE und E.ON auf der einen und Deutsche Bank und Commerzbank auf der anderen Seite – sowie Heidelberg Materials und Siemens Energy den Laden alleine zusammenhalten können und der 40er-DAX-Kommune auf die Sprünge helfen, muss in Anbetracht der vielen „faulen Hunde“ aktuell zumindest angezweifelt werden.
R W E

Chart von stock3.com
Immerhin: In der zurückliegenden Woche erreichten von den 160 Aktien aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX 11 Aktien ein neues 52-Wochenhoch (Vorwoche: 7). Auf ein neues 52-Wochentief fielen 15 Titel (Vorwoche: 28). Das ist zumindest eine Verbesserung gegenüber der Vorwoche.
Im Portfolio unseres DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM standen in der letzten Woche 10 Gewinner 9 Verlierern gegenüber. Ein Platz auf dem Spielfeld blieb unbesetzt, da es zu keinem neuen Kaufsignal kam.
Die Bandbreite der Kursbewegungen bei unseren Portfoliotiteln dokumentiert die Zerrissenheit des Marktes. Während PVA TePla (-14,2%), Hensoldt (-9,4%) und AlzChem (-5,3%) in der zurückliegenden Woche die Verliererliste anführten, hatten Bilfinger (+7,8%), Heidelberg Materials (+7,3%), RWE (+7,0%) und Siemens Energy (+6,6%) auf der Gewinnerseite die Nase vorn.
Per Saldo legte der Deutsche Aktien SYSTEM in der letzten Woche um 0,41% zu. Seit Jahresanfang summiert sich das Plus auf 31,07% (Anteilsklasse I) bzw. auf 30,77% (Anteilsklasse A).
RWE hatten wir erst Anfang letzter Woche – erfreulicherweise vor dem Kurssprung um gut 8% – neu in das Portfolio des Fonds aufgenommen. Da wir uns gestern aufgrund eines Verkaufssignals von GEA trennen mussten, sind wir aktuell mit 18 von 20 Titeln bzw. mit rund 88% investiert.
Sehr dünn für einen Verbleib im Portfolio ist die Luft mittlerweile für PVA TePla, Hensoldt und die Auto1 Group. Alle drei Titel dürfen sich nun keinen Fehltritt mehr erlauben, ansonsten kommt es auch hier zu Verkaufssignalen. Auf der Käufer-Seite herrscht derzeit eine lange nicht mehr gesehene Flaute. Kein Wert außerhalb unserer Portfoliotitel kann hier derzeit Akzente setzen.
Nach einer Jahresendrallye sieht es am deutschen Aktienmarkt derzeit nicht mehr so wirklich aus. Hilft morgen nach Börsenschluss NVIDIA mit den Quartalszahlen unserer Stimmung vielleicht wieder auf die Beine? Oder trübt es sich dann gar richtig ein?
Der Donnerstag könnte für die Märkte die Richtung für die nächsten Wochen vorgeben. Spannend wird es allemal.
Zum aktuellen Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM gelangen Sie über folgenden Link: www.torendo-capital.de/der-fonds/portfolio/
