Torendo-Marktberichte

Aktienmärkte: Angezählt, aber nicht KO.

Die letzten Tage hatten es an den Märkten in sich. Während sich Dow Jones, DAX und mit Abstrichen auch S&P 500 noch recht stabil präsentieren, wird der US-Technologie-Index Nasdaq 100 derzeit nahezu Tag für Tag von den Bären angezählt. Mittlerweile hat der Index wichtige Unterstützungen hinter sich gelassen. Weitere Abgaben in Richtung der alten Allzeithochs bei rund 26.000 Punkten könnten die Konsequenz sein und dürfen am Ende nicht überraschen.

NASDAQ 100

Chart von stock3.com

Es stellt sich die Frage, ob der Kater bei den Technologie-Titeln nun auch auf die anderen Indizes überschwappt und eine größere Korrektur nach sich zieht. Oder ob das in den letzten Jahren quasi zum Gold-Standard gewordene Buy the Dip auch den Sommer dieses Börsenjahrgangs bestimmt. Die Saisonalität mit den anstehenden, statistisch betrachtet herausfordernden Monaten August und September ließe allerdings Luft gen Süden.

Andererseits: Sollte man im nachrichtengetriebenen Umfeld der Trump-Ära Statistiken überhaupt noch zu Rate ziehen?

Mit den jüngsten Abschlägen im Nasdaq 100 von gerade einmal 10% ist die Korrektur bis dato sehr moderat ausgefallen. Das ließe also wiederum mehr Luft für mehr Schnappatmung. So moderat die Verluste im Nasdaq 100 bisher auch ausgefallen sind, so schnappatmend zeigen sich aktuell die Highflyer der letzten Monate. Hierzulande liegt beispielsweise der DAX-Titel Siemens Energy rund 30% unter dem Hoch aus Mai dieses Jahres. Der MDAX-Wert SUSS MicroTec notiert gut 40% unter dem Allzeithoch vom 22. Juni – das ist gerade einmal 5 Wochen her. Den Vogel schoss allerdings Aixtron ab: Die Aktie halbierte sich in der Spitze seit ihrem Allzeithoch am 18. Juni. Relevante Nachrichten oder Zahlen gab es seither nicht.

Profaner Grund für den Kursrutsch demnach: Und es hat Zoom gemacht. So einfach können die Märkte sein. 😉

Sensible Anleger könnten den Chart von Aixtron als hämisches Grinsen interpretieren.

AIXTRON

Chart von stock3.com

Auch die internationalen Börsenlieblinge der letzten Monate kamen mächtig unter die Räder. Ob die US-Titel Micron Technology (-37%) und SanDisk (-55%) oder die Korea-Überflieger SK Hynix (-52%) und Samsung Electronics (-40%) – allen „gelang“ das Schnappatmen in gerade einmal 5 Wochen.

Liest man diese Zahlen, könnte man zu dem Schluss kommen, die Messe (die Korrektur) sei bereits gelesen.

Und weil es derzeit zu viele Fürs & Widers für und gegen fallende und steigende Märkte gibt, tut man vermutlich gut daran, aktuell nicht zu viel Prognose zu wagen und zunächst weitere Hinweise der Märkte abzuwarten.

Gut, dass wir mit dem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM aufgrund seines rein systematischen, regelbasierten Konzepts auf Prognosen nicht angewiesen sind. Das ändert allerdings auch nichts daran, dass der Fonds nach zuletzt zweieinhalb sehr erfolgreichen Jahren in den letzten Wochen etwas aus dem Tritt gekommen zu sein scheint.

Der Grund für die aktuelle Schwächephase ist allerdings leicht erklärt, denn als Momentum-Fonds ist der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM in den Highflyern der letzten Monate investiert. Dass diese in den letzten 5 Wochen mit einer ordentlichen Brise Gegenwind klarkommen mussten, haben unsere obigen Ausführungen gezeigt.

Kommt es wie in den ersten 6 Monaten dieses Jahres zu sehr dynamischen Kursgewinnen bei Momentum-Aktien, lässt MapTrend – das Timing-System des Fonds – die Zügel etwas lockerer, um den Aktien entsprechend Luft zum Atmen zu geben. Die Stopp-Limits sind in derartigen Marktphasen systembedingt etwas weiter gefasst.

Das lässt sich am deutlichsten daran erkennen, dass die Aktienquote des Fonds aktuell noch bei rund 76,6% liegt. Von den 20 bei Vollinvestition möglichen Titeln sind aktuell 17 noch im Portfolio des Fonds. Mittlerweile liegen die Stopp-Limits größtenteils sehr nahe, sodass weitere Kursrückschläge sehr schnell zu einem deutlichen Rückgang der Aktienquote im Fonds führen würden.

Der noch vor wenigen Wochen stattliche 2026er-Jahresgewinn des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM schmilzt derzeit wie Eis in der Sonne dahin.

Während Momentum-Strategien im langfristigen Vergleich alle anderen Ansätze (wie Value, Growth, Quality, Low Vola, High Dividend und Passiv) deutlich hinter sich lassen, gibt es letztlich drei Szenarien, die für Momentum herausfordernd sind. Diese Szenarien sind in aller Regel kürzerer Natur.

1. In Zeiten größerer Marktkorrekturen entwickeln sich Momentum-Strategien – insbesondere in den ersten Monaten – unterdurchschnittlich. Die größten Aktienmarktverwerfungen wurden dabei zumeist von einer Schwäche der Momentum-Titel „angekündigt“. Ob sich die aktuelle Momentum-Schwäche zu einer größeren Aktienmarktkrise ausweitet, bleibt dennoch abzuwarten, denn…

2. … muss man bei Momentum-Strategien immer mal wieder mit dem sogenannten Momentum-Gap rechnen. Hierbei handelt es sich um kürzere Marktphasen, in denen die Highflyer der letzten Wochen und Monate „plötzlich“ und „unvermittelt“ Luft ablassen. Zu „plötzlich“ und „unvermittelt“ kommt es dabei aber in aller Regel aufgrund von Nachrichten, die dem Markt irgendwie quer im Magen liegen. Momentum-Gaps dauern in aller Regel lediglich einige Tage bis wenige Wochen. Einige Tage, wenn der Markt meint, dass doch alles halb so wild ist und er dieselben Favoriten wieder weiter vor sich her treibt. Zu einigen Wochen kommt es, wenn der Markt neue Favoriten sucht und er die „nächste Sau durchs Dorf treiben will“. In diesem Fall schießen sich Momentum-Strategien relativ zügig auf diese neuen Favoriten ein und richten ihre Portfolios neu aus. Der Weg dorthin ist mitunter etwas holprig.

3. Zu guter Letzt tun sich Momentum-Strategien unmittelbar nach größeren Marktverwerfungen schwer. Hier lecken die Markteilnehmer nach den erlittenen Kursverlusten demütig ihre Wunden und suchen vorsichtig und bedächtig nach ihren neuen Lieblingen. Das kann einige Wochen bis wenige Monate andauern. Momentum-Strategien können ihre Stärke naturbeding erst dann wieder entfalten, nachdem diese Favoriten gefunden sind.

Derzeit befinden wir ins in Szenario 2. Ob sich Szenario 1 daran anschließt und die aktuelle Momentum-Schwäche ein Vorbote für eine größere Aktienmarktkrise ist, wird sich zeigen. Während wir mit dem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM die Momentum-Schwäche aus Szenario 1 durch die aktive Steuerung der Aktienquote bisher stets gut meistern konnten (siehe u.a. Börsenjahr 2022) ist gegen Szenario 2 und Szenario 3 relativ wenig Kraut gewachsen.

Aufgrund der kurzen Halbwertzeit von Szenario 2 und Szenario 3 im Vergleich zur langfristig beeindruckenden Outperformance von Momentum-Strategien kann man auch diese Phasen per Saldo aber relativ gelassen aussitzen.

MOMENTUM vs. REST OF THE WORLD

Unseren nächsten Marktbericht erhalten Sie urlaubsbedingt erst Mitte August. Natürlich schläft der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM bis dahin nicht, sondern bleibt für Sie täglich am Ball.

Zum jeweils aktuellen Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM gelangen Sie über folgenden Link: Portfolio. Insofern können Sie jederzeit über die Entwicklungen im Fonds informiert bleiben.

Abschließend möchten wir Ihnen – quasi als Urlaubslektüre – die aktuelle Einschätzung von Der Fonds Analyst zu unserem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM empfehlen. Diese finden Sie unter vorstehendem Link.

Wir sind dann mal weg!

Ihnen wünschen wir ein paar schöne und erholsame Sommerwochen.

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Katerstimmung nach DAX-Allzeithoch: Auch deutsche Aktien vergeigen den Elfer.

„1-2 oder 3 – Letzte Chance vorbei!“ Dieser Slogan aus einer deutschen Kinderquiz-Show passt derzeit irgendwie auf die Entwicklung des DAX. Die Tür in Richtung 27.500 Punkte wurde durch das neue Allzeithoch am Montag letzter Woche eigentlich weit geöffnet. Die Bullen konnten das frische Gras quasi schon riechen – doch die Bären wussten zu kontern und schlugen die Tür zu weiteren Anschlussgewinnen mit brachialer Gewalt wieder zu. Ein vergleichbarer Rohrkrepierer wie die deutsche Elfmeterquote im Spiel gegen Paraguay war damit auch die DAX’sche Offensive nach dem Allzeithoch.

Aus technischer Sicht hätte der DAX bestenfalls nicht mehr unter 25.175/25.200 Punkte rutschen sollen – und erst recht nicht auf Tagesschlusskursbasis unter 25.000 Punkte. Beides ist ihm nicht gelungen. Immerhin hat er die Flinte noch nicht ins Korn geworfen, denn er kokettiert noch mit der 25.000er-Marke. Der jüngste Ausbruch auf das Allzeithoch kann nichtsdestotrotz schnell zur Bullenfalle werden, wenn der DAX das Tief (im Xetra-Handel) der letzten Tage bei rund 24.830 Punkten unterschreitet. Die relative Stabilität der US-Indizes hat vorerst Schlimmeres verhindert.

Aus charttechnischer Sicht sind auf der Oberseite nun die DAX-Bereiche bei 25.200 und 25.465/25.500 Punkten das zu bohrende Brett. Allen Anläufen der letzten drei Tage fehlte die Kraft. Vielleicht hält der kleine Verfallstag an den Terminbörsen (Freitag dieser Woche) den DAX derzeit noch in seiner engen Bandbreite gefangen. Ein Ausbruch in beide Richtungen muss einkalkuliert werden – mit dem Wissen, dass der letzte Ausbruch nach oben ein Rohrkrepierer war. Erster Elfer vergeigt. Wir werden sehen, ob das beim DAX Spuren hinterlässt.

DAX

Chart von stock3.com

Erneute geopolitische Störfeuer: Nahost-Konflikt treibt Ölpreis.

Erschwert wird die ohnehin fragile Lage auf dem Börsenparkett durch die jüngste und erneute Eskalation im Nahen Osten. Die zunehmenden Spannungen rund um den Iran und die konkrete Drohung von Blockaden an der strategisch hochsensiblen Straße von Hormus – dem Nadelöhr des globalen Öltransports – haben die Sorgen vor Lieferengpässen schlagartig zurückgebracht.

Immerhin – uns Donald hat nun auch hinsichtlich der zunächst angedrohten Sonderabgabe von 20% für den Geleitschutz von Frachtschiffen in der Straße von Hormus erneut bewiesen, dass er unangefochtener Weltmeister im Einer-Rückrudern ist. Mittlerweile fällt mir dazu nur noch ein – im Nachhinein doch irgendwie hörenswerter – Song aus den 80ern ein:

Haindling – Du depperter Depp, Du 1984

Wir Deutschen (ja gut, Niederbayern) waren schon immer visionär.

Als unmittelbare Reaktion (nicht auf das Lied, auf die Eskalation im Nahen Osten) zog der Ölpreis jedenfalls wieder spürbar an. Für den Aktienmarkt verheißt dieses Szenario im Zweifel nichts Gutes: Steigende Energiekosten schüren neue Inflationsängste und engen gleichzeitig den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen ein – ein giftiges Umfeld, das den Bären aktuell zusätzliche Argumente liefert.

BUND-FUTURE

Chart von stock3.com

Auch die jüngste Auktion zehnjähriger Bundesanleihen verlief enttäuschend. Der Bund-Future erweckt als Zins-Seismograph nicht den Eindruck, als würden die Käufer das aktuelle Rendite-Niveau mit großer Begeisterung als attraktiv einstufen. Aktuell tänzelt die Rendite um die charttechnische Marke von 3,10/3,15% herum, was einen Ausbruch nach oben vorerst verhindert. Da die Renditen im Gegenzug aber auch nicht spürbar nachgeben, gilt es abzuwarten, welche Seite letztlich die Oberhand gewinnt.

Im Anlage-Universum des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM – also den 160 Titeln aus DAX, MDAX und SDAX – erreichten in der zurückliegenden Woche immerhin 7 Aktien ein neues 52-Wochen-Hoch (Vorwoche: 10), während lediglich ein Wert auf ein neues 52-Wochen-Tief fiel (Vorwoche: 11). Das liest sich auf den ersten Blick eigentlich nicht einmal schlecht. Die „optische“ Verfassung der deutschen Indizes sollte aber zur Vorsicht mahnen – insbesondere auch vor dem Hintergrund der vor uns liegenden schwierigen saisonalen Phase.

Den Bullen drohen ein wenig die Argumente auszugehen: Neben den geopolitischen und wirtschaftlichen Bremsspuren belasten niedrige Liquiditätsquoten (Stichwort: Wer hat noch Pulver trocken für Investments?) sowie massive Investitionen in mehrfach gehebelte Derivate und ETFs. Sollte der Markt erst einmal ins Rutschen geraten, droht durch die hohe Hebelwirkung eine Kettenreaktion, die Verkäufe und Margin-Calls auslösen und schlussendlich eine erhöhte Abwärtsdynamik nach sich ziehen könnte.

Im Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM sind jüngst bei einer Vielzahl an Titeln die Stop-Signale in greifbare Nähe gerückt. Aktuell ist der Fonds noch mit 19 Titeln (von 20 bei Vollinvestition) und einer Aktienquote von rund 86,9% investiert.

Zum aktuellen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link:

Portfolio – Deutsche Aktien System

An Langeweile wird es uns in Anbetracht der aktuellen Vorzeichen an den Märkten aller Voraussicht nach nicht fehlen. Lassen wir uns überraschen – Let’s get ready to rumble!

DAX angezählt: Bären kontern mit linkem Aufwärtshaken

Kaum hatten die Bullen den DAX nach monatelangem Ringen endlich auf ein neues Allzeithoch befördert, setzen die Bären seit gestern beeindruckende Wirkungstreffer und schütteln den DAX mit einer kräftigen Linken durch.

Zwar war die zuletzt angezogene Volatilität ein Warnsignal für zu viel Allzeithoch-Euphorie, doch so wirklich rechnen wollte man mit dem Aufbäumen der Bären nach der überzeugenden Vorstellung des DAX Ende letzter Woche nicht. Nun kämpft der DAX mal wieder mit der 25.000 Punkte-Marke – zurück auf Los also.

Die Dynamik, die der über Monate lethargische DAX Ende letzter Woche plötzlich zeigte, droht nun im Keim zu ersticken.

DAX

Chart von stock3.com

Zuletzt sahen wir eine deutliche Sektor-Rotation – weg von den stark gestiegenen KI- und Chip-werten, hin zu den vernachlässigten Sektoren. Einige Schwergewichte wie Siemens und Allianz bildeten neue Jahreshochs aus und zogen den DAX nach oben, während die Highflyer der letzten Wochen ordentlich Federn lassen mussten.

Ein Paradebeispiel für die jüngst zu sehenden Rotationen bzw. Umschichtungen ist auch die Aktie von Bayer. Nach einer monatelangen, zähen Bodenbildung im Bereich von 34 bis 40 Euro zündete der Wert im Juni den Turbo. Mit dem dynamischen Befreiungsschlag über den charttechnischen Widerstand bei 42 Euro gab es kein Halten mehr. Die Aktie schoss in einer fast vertikalen Rallye bis auf knapp 54 Euro nach oben. Der jüngste, leichte Rücksetzer ist nach dieser explosiven Bewegung eine völlig gesunde Konsolidierung und unterstreicht das neu entfachte Momentum des schwer gebeutelten Chemie- und Pharmariesen.

BAYER

Chart von stock3.com

Auch die lange Zeit vernachlässigten Versorger zeigten jüngst Ambitionen, sich endlich mal wieder in Szene setzen zu wollen.

E.ON

Chart von stock3.com

Während der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM in der Aktie der Allianz noch nicht investiert ist, wurde die Aktie von Siemens jüngst neu in das Portfolio aufgenommen. Weichen musste dafür AlzChem. In Bayer und E.ON ist der Fonds bereits seit einigen Monaten investiert.

Die aktuelle Marktphase verspricht jedenfalls Spannung.

Auf der einen Seite sehen wir derzeit, dass Momentum-Titel – also die Highflyer der letzten Wochen und Monate – deutlich korrigieren. In den letzten beiden Handelstagen hinterließ dies auch im Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM Spuren. Markante Schwächephasen bei Momentum-Titeln gehen größeren Marktverwerfungen häufig voraus. Insofern ist erhöhte Wachsamkeit derzeit oberstes Gebot.

Auf der anderen Seite besteht die Chance, dass sich der Markt über einen fortschreitenden Favoritenwechsel neu positioniert und die neuen Favoriten zeitnah das Zepter in den Indizes übernehmen und den Bullen damit den Rücken stärken.

Für das zweite Szenario spricht, dass im Universum des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM jüngst einige neue Titel mit Kaufsignalen auf sich aufmerksam gemacht haben und auf eine Aufnahme in das Portfolio des Fonds drängen. Diesem Drang der neuen jungen Wilden wird seitens unserer Handelssystematik allerdings erst nachgegeben, wenn die aktuellen Portfoliowerte bestätigte Verkaufssignale auslösen. Angezählt sind hier inzwischen einige.

Derzeit ist der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM mit 19 Titeln (von 20 bei Vollinvestition) und einer Investitionsquote von rund 87% weiterhin nahezu voll investiert.

Zum aktuellen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link: Portfolio DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM

Dass es diverse Titel aus dem Universum des Fonds gibt, die trotz der laufenden Marktkorrektur mit Kaufsignalen auf sich aufmerksam machen, ist grundsätzlich positiv zu werten. Deutlich kritischer wäre das Markt-Sentiment zu bewerten, wenn sich keine Titel mehr aus der Deckung wagen würden. Soweit ist es derzeit erfreulicherweise noch nicht.

Zu beachten ist an dieser Stelle allerdings, dass der deutsche Aktienmarkt Investoren aus historischer Sicht in den Sommer- und Herbstmonaten mit sehr markanten, wiederkehrenden Verhaltensmustern zur Wachsamkeit mahnt.

  • Juli (Zwischenhoch): Der Monat startet statistisch oft freundlich, angetrieben von frischem Kapital zum Quartalsauftakt. Erst in der zweiten Hälfte dünnen die Handelsvolumina urlaubsbedingt spürbar aus und leiten die typische Sommerflaute ein.

  • August & September (Gefahrenzone): Hier schlägt das saisonale Risiko voll zu. Der umsatzarme August sorgt bei schlechten Nachrichten oft für ungebremste Kursausschläge nach unten. Der September hält gar die rote Laterne: Er ist historisch der statistisch schlechteste DAX-Monat des gesamten Jahres mit der höchsten Korrekturwahrscheinlichkeit.

  • Oktober (Wendepunkt): Der Oktober hat zwar den Ruf eines „Crash-Monats“, fungiert in der Historie jedoch vielmehr als klassischer „Bären-Killer“. Hier finden ausgeprägte Korrekturen meist ihr zyklisches Tief. Sobald der Markt bereinigt ist, setzen erste Käufe ein, die das Fundament für die traditionelle Jahresendrallye legen.

Während also das Zeitfenster von August bis Ende September historisch nach striktem Risikomanagement verlangt, bietet der Oktober meist die strategischen Einstiegschancen für das Schlussquartal.

Ob sich die verbleibenden Monate des durchaus eigensinnigen Börsenjahrgangs 2026 allerdings in das enge Korsett einer Statistik pressen lassen, bleibt abzuwarten.

Wir bleiben für Sie mit der gewohnten systematischen Wachsamkeit am Ball.

Ist die erhöhte Volatilität ein Vorbote für einen Herbststurm?

Lange konnten die Bullen die Bastion bei 24.750/800 Punkten im DAX verteidigen – doch das ist seit letzter Woche Geschichte. Mit dem Bruch dieser Marke haben die Bären eine erste Duftmarke gesetzt und dürften als nächstes Ziel die Kurslücke bei 24.415/330 Punkten ins Visier nehmen.

Charttechnisch betrachtet würde aber erst ein Tagesschlusskurs unter 24.000 oder gar 23.700 Punkten die Bullen sturmreif schießen. Ab hier wären die Bären dann eindeutig am Drücker.

Eine Entlastung für das Bullenlager gäbe es erst bei einem DAX-Schlusskurs über 25.175/200 Zählern. Damit aber keine Zweifel aufkommen, wäre ein Ausbruch auf ein neues Allzeithoch eine überzeugendere Ansage.

DAX

Chart von stock3.com

Angesichts der schwindenden Dynamik am deutschen Aktienmarkt stellt sich die Frage, welche Sektoren derzeit überhaupt noch die Kraft haben, den DAX nachhaltig nach oben zu ziehen?

KI- und Chip-Aktien könnten diese potenziellen Sektoren sein. Hierfür müsste die aktuelle Konsolidierung aber nun auch zeitnah beendet und neue Höchststände erreicht werden. Ansonsten ist die Aktie der Allianz aktuell bärenstark – allerdings gilt das nicht für den gesamten Sektor. Die Aktien von Bayer, Deutsche Post und Siemens halten sich ebenfalls auf erhöhtem Niveau und stabilisieren damit den DAX. Damit enden aber auch schon die positiven Geschichten bei den Einzelaktien.

Autoaktien bleiben für Anleger ein einziges Trauerspiel. Während Mercedes-Benz, BMW und Porsche Automobil Holding auf neue Jahrestiefs durchgereicht wurden, erweist sich die Lage bei den Anteilsscheinen von Volkswagen als regelrechtes Desaster: Hier wurde inzwischen sogar das historische Corona-Tief der Aktie nach unten durchbrochen. Die operative Realität in Wolfsburg nimmt immer dramatischere Züge an. 

Statt des ursprünglich geplanten Abbaus von 50.000 Stellen hat Konzernchef Oliver Blume im neuen Sanierungskonzept „Group Target Picture 2030“ nun einen weltweiten Kahlschlag von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Dem Vernehmen nach stehen in Deutschland mit Hannover, Zwickau, Emden und dem Audi-Werk Neckarsulm gleich vier traditionsreiche Werke vor dem endgültigen Aus.

Um das Fiasko perfekt zu machen, zieht Volkswagen nun auch noch die Reißleine beim automobilen Zukunftsprojekt „Autonomes Fahren“: Die mit rund 1,5 Milliarden Euro geförderte Entwicklungspartnerschaft mit Bosch wird beendet.

VOLKSWAGEN

Chart von stock3.com

Auch im Bereich der Softwareaktien ist häufig von vermeintlich günstigen Bewertungen und glänzenden Zukunftsaussichten die Rede. In den Charts spiegelt sich dieser Optimismus jedoch keineswegs wider.

Im Gegenteil: Der gesamte Sektor, angeführt vom Branchenschwergewicht SAP, steht massiv unter Abgabedruck. Frische Jahrestiefs signalisieren unmissverständlich, dass die Verkäufer bereit sind, ihre Bestände selbst auf diesen stark ermäßigten Niveaus abzugeben.

SAP

Chart von stock3.com

Auch die Highflyer der letzten Jahre – Rüstungsaktien – befinden sich im dauerhaften „Prime Day“ und überbieten sich mit Ausverkaufskursen. Auslöser war ein charttechnischer Paukenschlag bei Rheinmetall: Nachdem Verteidigungsminister Boris Pistorius das milliardenschwere Fregattenprogramm F126 überraschend gestoppt hat, stürzte die Aktie ab und notiert nun wieder im dreistelligen Bereich.

Damit hat sich der Kurs seit dem Allzeithoch bei 2.008 Euro mehr als halbiert. Dieser Schock riss den gesamten Sektor mit in die Tiefe – auch RENK und Hensoldt rutschten auf neue Jahrestiefs ab. Eine schnelle Trendwende ist angesichts des Schadens im Chartbild nicht zu erwarten. Im besten Fall gelingt es den verbliebenen Bullen nun, auf den tieferen Niveaus mühsam einen tragfähigen Boden auszuloten.

RHEINMETALL

Chart von stock3.com

In der zurückliegenden Woche erreichten im Anlageuniversum unseres DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM – also den 160 Aktien aus DAX, MDAX und SDAX – 7 Aktien ein neues 52-Wochen-Hoch (Vorwoche: 8). Auf der Gegenseite verbuchten 17 Titel ein neues 52-Wochen-Tief. Das sind immerhin über 10% der wichtigsten Aktien des deutschen Kurszettels.

Die jüngste Schwäche im DAX hat zu einer leichten Reduzierung der Aktienquote im DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM geführt. Bei der Aktie von Befesa kam es zu einem Verkaufssignal, sodass der Fonds nun mit lediglich 19 von 20 Aktien investiert ist. Die Aktienquote beläuft sich aktuell auf rund 88,7%.

Insgesamt präsentieren sich die Aktienmärkte derzeit spürbar volatiler, ohne dabei jedoch höhere Indexstände zu erreichen. Diese ausgeprägte Seitwärtsbewegung unter erhöhten Schwankungen ist ein klassisches Indiz für verstärkte Distributionsmuster: Große Marktteilnehmer nutzen die noch bestehende Marktliquidität, um aufgelaufene Gewinne sukzessive „einzutüten“.

Solange hierbei kein gravierender charttechnischer Flurschaden angerichtet wird, bleibt das Szenario einer konstruktiven Jahresendrallye im vierten Quartal zwar intakt – die Wahrscheinlichkeit für einen stürmischen Börsenherbst nimmt jedoch spürbar zu.

Statistisch betrachtet liefert der Juli den Bullen zwar häufig noch einmal Rückenwind, das unmittelbare Problem könnte jedoch im anstehenden Quartalsultimo schlummern: Bisher im Jahresverlauf aufgelaufene Kursgewinne auf der Aktienseite machen nun Portfolioanpassungen (Stichwort: Rebalancing) erforderlich. Große institutionelle Adressen könnten sich gezwungen sehen, Aktienbestände zu reduzieren, um den unterrepräsentierten Rentenanteil auszugleichen. Das könnte den Aktienmärkten durchaus Liquidität entziehen.