Die letzten Tage hatten es an den Märkten in sich. Während sich Dow Jones, DAX und mit Abstrichen auch S&P 500 noch recht stabil präsentieren, wird der US-Technologie-Index Nasdaq 100 derzeit nahezu Tag für Tag von den Bären angezählt. Mittlerweile hat der Index wichtige Unterstützungen hinter sich gelassen. Weitere Abgaben in Richtung der alten Allzeithochs bei rund 26.000 Punkten könnten die Konsequenz sein und dürfen am Ende nicht überraschen.
NASDAQ 100

Chart von stock3.com
Es stellt sich die Frage, ob der Kater bei den Technologie-Titeln nun auch auf die anderen Indizes überschwappt und eine größere Korrektur nach sich zieht. Oder ob das in den letzten Jahren quasi zum Gold-Standard gewordene Buy the Dip auch den Sommer dieses Börsenjahrgangs bestimmt. Die Saisonalität mit den anstehenden, statistisch betrachtet herausfordernden Monaten August und September ließe allerdings Luft gen Süden.
Andererseits: Sollte man im nachrichtengetriebenen Umfeld der Trump-Ära Statistiken überhaupt noch zu Rate ziehen?
Mit den jüngsten Abschlägen im Nasdaq 100 von gerade einmal 10% ist die Korrektur bis dato sehr moderat ausgefallen. Das ließe also wiederum mehr Luft für mehr Schnappatmung. So moderat die Verluste im Nasdaq 100 bisher auch ausgefallen sind, so schnappatmend zeigen sich aktuell die Highflyer der letzten Monate. Hierzulande liegt beispielsweise der DAX-Titel Siemens Energy rund 30% unter dem Hoch aus Mai dieses Jahres. Der MDAX-Wert SUSS MicroTec notiert gut 40% unter dem Allzeithoch vom 22. Juni – das ist gerade einmal 5 Wochen her. Den Vogel schoss allerdings Aixtron ab: Die Aktie halbierte sich in der Spitze seit ihrem Allzeithoch am 18. Juni. Relevante Nachrichten oder Zahlen gab es seither nicht.
Profaner Grund für den Kursrutsch demnach: Und es hat Zoom gemacht. So einfach können die Märkte sein. 😉
Sensible Anleger könnten den Chart von Aixtron als hämisches Grinsen interpretieren.
AIXTRON

Chart von stock3.com
Auch die internationalen Börsenlieblinge der letzten Monate kamen mächtig unter die Räder. Ob die US-Titel Micron Technology (-37%) und SanDisk (-55%) oder die Korea-Überflieger SK Hynix (-52%) und Samsung Electronics (-40%) – allen „gelang“ das Schnappatmen in gerade einmal 5 Wochen.
Liest man diese Zahlen, könnte man zu dem Schluss kommen, die Messe (die Korrektur) sei bereits gelesen.
Und weil es derzeit zu viele Fürs & Widers für und gegen fallende und steigende Märkte gibt, tut man vermutlich gut daran, aktuell nicht zu viel Prognose zu wagen und zunächst weitere Hinweise der Märkte abzuwarten.
Gut, dass wir mit dem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM aufgrund seines rein systematischen, regelbasierten Konzepts auf Prognosen nicht angewiesen sind. Das ändert allerdings auch nichts daran, dass der Fonds nach zuletzt zweieinhalb sehr erfolgreichen Jahren in den letzten Wochen etwas aus dem Tritt gekommen zu sein scheint.

Der Grund für die aktuelle Schwächephase ist allerdings leicht erklärt, denn als Momentum-Fonds ist der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM in den Highflyern der letzten Monate investiert. Dass diese in den letzten 5 Wochen mit einer ordentlichen Brise Gegenwind klarkommen mussten, haben unsere obigen Ausführungen gezeigt.
Kommt es wie in den ersten 6 Monaten dieses Jahres zu sehr dynamischen Kursgewinnen bei Momentum-Aktien, lässt MapTrend – das Timing-System des Fonds – die Zügel etwas lockerer, um den Aktien entsprechend Luft zum Atmen zu geben. Die Stopp-Limits sind in derartigen Marktphasen systembedingt etwas weiter gefasst.
Das lässt sich am deutlichsten daran erkennen, dass die Aktienquote des Fonds aktuell noch bei rund 76,6% liegt. Von den 20 bei Vollinvestition möglichen Titeln sind aktuell 17 noch im Portfolio des Fonds. Mittlerweile liegen die Stopp-Limits größtenteils sehr nahe, sodass weitere Kursrückschläge sehr schnell zu einem deutlichen Rückgang der Aktienquote im Fonds führen würden.
Der noch vor wenigen Wochen stattliche 2026er-Jahresgewinn des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM schmilzt derzeit wie Eis in der Sonne dahin.
Während Momentum-Strategien im langfristigen Vergleich alle anderen Ansätze (wie Value, Growth, Quality, Low Vola, High Dividend und Passiv) deutlich hinter sich lassen, gibt es letztlich drei Szenarien, die für Momentum herausfordernd sind. Diese Szenarien sind in aller Regel kürzerer Natur.
1. In Zeiten größerer Marktkorrekturen entwickeln sich Momentum-Strategien – insbesondere in den ersten Monaten – unterdurchschnittlich. Die größten Aktienmarktverwerfungen wurden dabei zumeist von einer Schwäche der Momentum-Titel „angekündigt“. Ob sich die aktuelle Momentum-Schwäche zu einer größeren Aktienmarktkrise ausweitet, bleibt dennoch abzuwarten, denn…
2. … muss man bei Momentum-Strategien immer mal wieder mit dem sogenannten Momentum-Gap rechnen. Hierbei handelt es sich um kürzere Marktphasen, in denen die Highflyer der letzten Wochen und Monate „plötzlich“ und „unvermittelt“ Luft ablassen. Zu „plötzlich“ und „unvermittelt“ kommt es dabei aber in aller Regel aufgrund von Nachrichten, die dem Markt irgendwie quer im Magen liegen. Momentum-Gaps dauern in aller Regel lediglich einige Tage bis wenige Wochen. Einige Tage, wenn der Markt meint, dass doch alles halb so wild ist und er dieselben Favoriten wieder weiter vor sich her treibt. Zu einigen Wochen kommt es, wenn der Markt neue Favoriten sucht und er die „nächste Sau durchs Dorf treiben will“. In diesem Fall schießen sich Momentum-Strategien relativ zügig auf diese neuen Favoriten ein und richten ihre Portfolios neu aus. Der Weg dorthin ist mitunter etwas holprig.
3. Zu guter Letzt tun sich Momentum-Strategien unmittelbar nach größeren Marktverwerfungen schwer. Hier lecken die Markteilnehmer nach den erlittenen Kursverlusten demütig ihre Wunden und suchen vorsichtig und bedächtig nach ihren neuen Lieblingen. Das kann einige Wochen bis wenige Monate andauern. Momentum-Strategien können ihre Stärke naturbeding erst dann wieder entfalten, nachdem diese Favoriten gefunden sind.
Derzeit befinden wir ins in Szenario 2. Ob sich Szenario 1 daran anschließt und die aktuelle Momentum-Schwäche ein Vorbote für eine größere Aktienmarktkrise ist, wird sich zeigen. Während wir mit dem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM die Momentum-Schwäche aus Szenario 1 durch die aktive Steuerung der Aktienquote bisher stets gut meistern konnten (siehe u.a. Börsenjahr 2022) ist gegen Szenario 2 und Szenario 3 relativ wenig Kraut gewachsen.
Aufgrund der kurzen Halbwertzeit von Szenario 2 und Szenario 3 im Vergleich zur langfristig beeindruckenden Outperformance von Momentum-Strategien kann man auch diese Phasen per Saldo aber relativ gelassen aussitzen.
MOMENTUM vs. REST OF THE WORLD

Unseren nächsten Marktbericht erhalten Sie urlaubsbedingt erst Mitte August. Natürlich schläft der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM bis dahin nicht, sondern bleibt für Sie täglich am Ball.
Zum jeweils aktuellen Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM gelangen Sie über folgenden Link: Portfolio. Insofern können Sie jederzeit über die Entwicklungen im Fonds informiert bleiben.
Abschließend möchten wir Ihnen – quasi als Urlaubslektüre – die aktuelle Einschätzung von Der Fonds Analyst zu unserem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM empfehlen. Diese finden Sie unter vorstehendem Link.
Wir sind dann mal weg!
Ihnen wünschen wir ein paar schöne und erholsame Sommerwochen.








