Torendo-Marktberichte

Der Zoll-Troll und die Schubladen-Fraktion | Wochenbericht vom 23.02.2026

Die zurückliegende Woche startete und endete dynamisch.

Die Marke von 25.200 Punkten konnten die Bullen dabei zwischenzeitlich überwinden – heute liegen wir allerdings wieder darunter. Zwar verlor US-Präsident Trump vor dem höchsten US-Gericht den rechtlichen Rückhalt für seine bisherigen Zölle, doch das hinderte ihn am Freitag nicht daran, eine neue „Zoll-Karte“ ins Spiel zu bringen.

Diese neue Ungewissheit sollte der Grund dafür sein, dass den DAX heute etwas der Mut verlassen hat.

Kritischer würde die Lage aber erst bei einem DAX-Schlusskurs unter 24.800 Punkten werden. Solange wir dieses Niveau jedoch halten, ist ein Gipfelsturm Richtung Allzeit-Hoch weiterhin greifbar. Saisonal betrachtet, wäre es ein starkes Signal, wenn der Markt das aktuelle Niveau bis zum Wochenschluss und damit bis zum Monatsschluss mindestens halten würde. Damit hätten die Bullen den historisch eher brotlosen Februar (+0,16% im langfristigen Durchschnitt) erfolgreich gemeistert und den Grundstein für die tendenziell dankbaren Monate März und April gelegt.

D A X

Chart von stock3.com

In der vergangenen Woche erreichten von den 160 Aktien aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX 19 Aktien ein neues 52-Wochen-Hoch (Vorwoche: 29), während 10 Titel auf ein neues 52-Wochen-Tief fielen.

Ein altes Börsensprichwort besagt: „Läuft Käse, läuft Butter. “ Doch diese Zeiten sind – wie auch obige Zahlen Zeigen – vorbei. Der Markt ist heute wählerischer.

Solange die großen Schwergewichte die Indizes noch nach oben ziehen, bleibt die interne Diskrepanz des Marktes verborgen. Das spielt ETF-Investoren, für die die Quelle der eigenen Rendite zweitrangig ist, durchaus in die Karten. Kritisch wird es hier erst, wenn die Zugpferde aus dem Tritt geraten – wie zuletzt etwa die Softwarebranche rund um SAP, auf deren Schwäche wir an dieser Stelle bereits hingewiesen hatten.

Aktives Management erlebt spätestens seit letztem Jahr wieder eine Renaissance. Markteilnehmer, die nicht dem Schubladenfetischismus frönen, wird dies nicht verwundern. Auf die Frage, ob AKTIV oder PASSIV besser ist, gibt es letztlich keine Antwort. Beide Ansätze werden – ja nach individuellem Bedürfnis – stets ihre Berechtigung haben.

Die Begründung der ETF-Schubladenfetischisten, dass aktive Fonds ihr Geld grundsätzlich nicht wert sind, da nur wenige aktive Manager ihren Index schlagen, ist schlicht lebensfremd. Zum einen kann es allein aus mathematischen Gründen stets nur weniger Gute als Durchschnitt und Schlechte geben. Soll ich aus mathematischen Gründen die Guten also grundsätzlich außen vor lassen?

Zum anderen werde ich persönlich einen Teufel tun und mich beispielsweise nur mit durchschnittlichen Freunden abgeben. Dann hieße es zukünftig nicht mehr: „Mein bester Freund ist Peter“, sondern „Mein durchschnittlicher Freund ist Bernd.“ Mich überzeugt das nicht. Außerdem bin ich glücklicherweise und aus gutem Grund seit 29 Jahren nicht mit einer Durchschnittsfrau, sondern mit der Allerbesten ein Team.

Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja…SAP. Derzeit eher eine schlechte Aktie – zumindest, wenn man sich die Kursentwicklung anschaut.

Aber auch wer aus diesem Segment nicht so im Mittelpunkt steht wie SAP, kommt im Zweifel nicht ungeschoren davon. Auch kleinere Werte, wie z.B. der SDAX-Titel GFT Technologies, wissen davon ein Lied zu singen. GFT kennt seit 2 Jahren nur eine Richtung – die falsche.

G F T Technologies

Chart von stock3.com

Im eigenen Portfolio gilt es, derartige Aktien zu vermeiden. Mit unserem systematischen Ansatz im Deutsche Aktien System gelingt uns das bis dato sehr gut. Im Februar tut sich der Fonds allerdings bisher etwas schwer. Nach zuvor extrem erfolgreichen Monaten für unseren Momentum-Aktienfonds scheint aktuell Durchatmen und ein Frühjahrsputz im Portfolio angesagt. Jüngst kam es zu einigen Wechseln im Portfolio.

Eine grundsätzliche Schwäche zeigt Momentum derzeit allerdings nicht, denn unser internationaler Momentum-Aktienfonds, der QUANTION X3, erklimmt zurzeit ein Alltime-High nach dem nächsten und liegt seit Jahresanfang mit 17,98% im Plus.

Am deutschen Aktienmarkt scheinen sich aktuell einige neue Favoriten in den Vordergrund spielen zu wollen, um sich im Deutsche Aktien System einen Platz in der Startelf zu sichern. Die jüngst schwächelnden Kandidaten im Fonds genießen bei uns allenfalls eine kurze Schonfrist. Auf alten Lorbeeren darf sich bei uns niemand ausruhen.

Mit 20 Titeln ist der Deutsche Aktien System aktuell weiterhin voll investiert. Zum aktuellen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link: Fondsportfolio DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM

Die aktuelle Präsentation des Fonds finden Sie unter folgendem Link:

Präsentation – DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM

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Aktienmärkte: Angezählt, aber nicht KO.

Die letzten Tage hatten es an den Märkten in sich. Während sich Dow Jones, DAX und mit Abstrichen auch S&P 500 noch recht stabil präsentieren, wird der US-Technologie-Index Nasdaq 100 derzeit nahezu Tag für Tag von den Bären angezählt. Mittlerweile hat der Index wichtige Unterstützungen hinter sich gelassen. Weitere Abgaben in Richtung der alten Allzeithochs bei rund 26.000 Punkten könnten die Konsequenz sein und dürfen am Ende nicht überraschen.

NASDAQ 100

Chart von stock3.com

Es stellt sich die Frage, ob der Kater bei den Technologie-Titeln nun auch auf die anderen Indizes überschwappt und eine größere Korrektur nach sich zieht. Oder ob das in den letzten Jahren quasi zum Gold-Standard gewordene Buy the Dip auch den Sommer dieses Börsenjahrgangs bestimmt. Die Saisonalität mit den anstehenden, statistisch betrachtet herausfordernden Monaten August und September ließe allerdings Luft gen Süden.

Andererseits: Sollte man im nachrichtengetriebenen Umfeld der Trump-Ära Statistiken überhaupt noch zu Rate ziehen?

Mit den jüngsten Abschlägen im Nasdaq 100 von gerade einmal 10% ist die Korrektur bis dato sehr moderat ausgefallen. Das ließe also wiederum mehr Luft für mehr Schnappatmung. So moderat die Verluste im Nasdaq 100 bisher auch ausgefallen sind, so schnappatmend zeigen sich aktuell die Highflyer der letzten Monate. Hierzulande liegt beispielsweise der DAX-Titel Siemens Energy rund 30% unter dem Hoch aus Mai dieses Jahres. Der MDAX-Wert SUSS MicroTec notiert gut 40% unter dem Allzeithoch vom 22. Juni – das ist gerade einmal 5 Wochen her. Den Vogel schoss allerdings Aixtron ab: Die Aktie halbierte sich in der Spitze seit ihrem Allzeithoch am 18. Juni. Relevante Nachrichten oder Zahlen gab es seither nicht.

Profaner Grund für den Kursrutsch demnach: Und es hat Zoom gemacht. So einfach können die Märkte sein. 😉

Sensible Anleger könnten den Chart von Aixtron als hämisches Grinsen interpretieren.

AIXTRON

Chart von stock3.com

Auch die internationalen Börsenlieblinge der letzten Monate kamen mächtig unter die Räder. Ob die US-Titel Micron Technology (-37%) und SanDisk (-55%) oder die Korea-Überflieger SK Hynix (-52%) und Samsung Electronics (-40%) – allen „gelang“ das Schnappatmen in gerade einmal 5 Wochen.

Liest man diese Zahlen, könnte man zu dem Schluss kommen, die Messe (die Korrektur) sei bereits gelesen.

Und weil es derzeit zu viele Fürs & Widers für und gegen fallende und steigende Märkte gibt, tut man vermutlich gut daran, aktuell nicht zu viel Prognose zu wagen und zunächst weitere Hinweise der Märkte abzuwarten.

Gut, dass wir mit dem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM aufgrund seines rein systematischen, regelbasierten Konzepts auf Prognosen nicht angewiesen sind. Das ändert allerdings auch nichts daran, dass der Fonds nach zuletzt zweieinhalb sehr erfolgreichen Jahren in den letzten Wochen etwas aus dem Tritt gekommen zu sein scheint.

Der Grund für die aktuelle Schwächephase ist allerdings leicht erklärt, denn als Momentum-Fonds ist der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM in den Highflyern der letzten Monate investiert. Dass diese in den letzten 5 Wochen mit einer ordentlichen Brise Gegenwind klarkommen mussten, haben unsere obigen Ausführungen gezeigt.

Kommt es wie in den ersten 6 Monaten dieses Jahres zu sehr dynamischen Kursgewinnen bei Momentum-Aktien, lässt MapTrend – das Timing-System des Fonds – die Zügel etwas lockerer, um den Aktien entsprechend Luft zum Atmen zu geben. Die Stopp-Limits sind in derartigen Marktphasen systembedingt etwas weiter gefasst.

Das lässt sich am deutlichsten daran erkennen, dass die Aktienquote des Fonds aktuell noch bei rund 76,6% liegt. Von den 20 bei Vollinvestition möglichen Titeln sind aktuell 17 noch im Portfolio des Fonds. Mittlerweile liegen die Stopp-Limits größtenteils sehr nahe, sodass weitere Kursrückschläge sehr schnell zu einem deutlichen Rückgang der Aktienquote im Fonds führen würden.

Der noch vor wenigen Wochen stattliche 2026er-Jahresgewinn des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM schmilzt derzeit wie Eis in der Sonne dahin.

Während Momentum-Strategien im langfristigen Vergleich alle anderen Ansätze (wie Value, Growth, Quality, Low Vola, High Dividend und Passiv) deutlich hinter sich lassen, gibt es letztlich drei Szenarien, die für Momentum herausfordernd sind. Diese Szenarien sind in aller Regel kürzerer Natur.

1. In Zeiten größerer Marktkorrekturen entwickeln sich Momentum-Strategien – insbesondere in den ersten Monaten – unterdurchschnittlich. Die größten Aktienmarktverwerfungen wurden dabei zumeist von einer Schwäche der Momentum-Titel „angekündigt“. Ob sich die aktuelle Momentum-Schwäche zu einer größeren Aktienmarktkrise ausweitet, bleibt dennoch abzuwarten, denn…

2. … muss man bei Momentum-Strategien immer mal wieder mit dem sogenannten Momentum-Gap rechnen. Hierbei handelt es sich um kürzere Marktphasen, in denen die Highflyer der letzten Wochen und Monate „plötzlich“ und „unvermittelt“ Luft ablassen. Zu „plötzlich“ und „unvermittelt“ kommt es dabei aber in aller Regel aufgrund von Nachrichten, die dem Markt irgendwie quer im Magen liegen. Momentum-Gaps dauern in aller Regel lediglich einige Tage bis wenige Wochen. Einige Tage, wenn der Markt meint, dass doch alles halb so wild ist und er dieselben Favoriten wieder weiter vor sich her treibt. Zu einigen Wochen kommt es, wenn der Markt neue Favoriten sucht und er die „nächste Sau durchs Dorf treiben will“. In diesem Fall schießen sich Momentum-Strategien relativ zügig auf diese neuen Favoriten ein und richten ihre Portfolios neu aus. Der Weg dorthin ist mitunter etwas holprig.

3. Zu guter Letzt tun sich Momentum-Strategien unmittelbar nach größeren Marktverwerfungen schwer. Hier lecken die Markteilnehmer nach den erlittenen Kursverlusten demütig ihre Wunden und suchen vorsichtig und bedächtig nach ihren neuen Lieblingen. Das kann einige Wochen bis wenige Monate andauern. Momentum-Strategien können ihre Stärke naturbeding erst dann wieder entfalten, nachdem diese Favoriten gefunden sind.

Derzeit befinden wir ins in Szenario 2. Ob sich Szenario 1 daran anschließt und die aktuelle Momentum-Schwäche ein Vorbote für eine größere Aktienmarktkrise ist, wird sich zeigen. Während wir mit dem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM die Momentum-Schwäche aus Szenario 1 durch die aktive Steuerung der Aktienquote bisher stets gut meistern konnten (siehe u.a. Börsenjahr 2022) ist gegen Szenario 2 und Szenario 3 relativ wenig Kraut gewachsen.

Aufgrund der kurzen Halbwertzeit von Szenario 2 und Szenario 3 im Vergleich zur langfristig beeindruckenden Outperformance von Momentum-Strategien kann man auch diese Phasen per Saldo aber relativ gelassen aussitzen.

MOMENTUM vs. REST OF THE WORLD

Unseren nächsten Marktbericht erhalten Sie urlaubsbedingt erst Mitte August. Natürlich schläft der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM bis dahin nicht, sondern bleibt für Sie täglich am Ball.

Zum jeweils aktuellen Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM gelangen Sie über folgenden Link: Portfolio. Insofern können Sie jederzeit über die Entwicklungen im Fonds informiert bleiben.

Abschließend möchten wir Ihnen – quasi als Urlaubslektüre – die aktuelle Einschätzung von Der Fonds Analyst zu unserem DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM empfehlen. Diese finden Sie unter vorstehendem Link.

Wir sind dann mal weg!

Ihnen wünschen wir ein paar schöne und erholsame Sommerwochen.

Katerstimmung nach DAX-Allzeithoch: Auch deutsche Aktien vergeigen den Elfer.

„1-2 oder 3 – Letzte Chance vorbei!“ Dieser Slogan aus einer deutschen Kinderquiz-Show passt derzeit irgendwie auf die Entwicklung des DAX. Die Tür in Richtung 27.500 Punkte wurde durch das neue Allzeithoch am Montag letzter Woche eigentlich weit geöffnet. Die Bullen konnten das frische Gras quasi schon riechen – doch die Bären wussten zu kontern und schlugen die Tür zu weiteren Anschlussgewinnen mit brachialer Gewalt wieder zu. Ein vergleichbarer Rohrkrepierer wie die deutsche Elfmeterquote im Spiel gegen Paraguay war damit auch die DAX’sche Offensive nach dem Allzeithoch.

Aus technischer Sicht hätte der DAX bestenfalls nicht mehr unter 25.175/25.200 Punkte rutschen sollen – und erst recht nicht auf Tagesschlusskursbasis unter 25.000 Punkte. Beides ist ihm nicht gelungen. Immerhin hat er die Flinte noch nicht ins Korn geworfen, denn er kokettiert noch mit der 25.000er-Marke. Der jüngste Ausbruch auf das Allzeithoch kann nichtsdestotrotz schnell zur Bullenfalle werden, wenn der DAX das Tief (im Xetra-Handel) der letzten Tage bei rund 24.830 Punkten unterschreitet. Die relative Stabilität der US-Indizes hat vorerst Schlimmeres verhindert.

Aus charttechnischer Sicht sind auf der Oberseite nun die DAX-Bereiche bei 25.200 und 25.465/25.500 Punkten das zu bohrende Brett. Allen Anläufen der letzten drei Tage fehlte die Kraft. Vielleicht hält der kleine Verfallstag an den Terminbörsen (Freitag dieser Woche) den DAX derzeit noch in seiner engen Bandbreite gefangen. Ein Ausbruch in beide Richtungen muss einkalkuliert werden – mit dem Wissen, dass der letzte Ausbruch nach oben ein Rohrkrepierer war. Erster Elfer vergeigt. Wir werden sehen, ob das beim DAX Spuren hinterlässt.

DAX

Chart von stock3.com

Erneute geopolitische Störfeuer: Nahost-Konflikt treibt Ölpreis.

Erschwert wird die ohnehin fragile Lage auf dem Börsenparkett durch die jüngste und erneute Eskalation im Nahen Osten. Die zunehmenden Spannungen rund um den Iran und die konkrete Drohung von Blockaden an der strategisch hochsensiblen Straße von Hormus – dem Nadelöhr des globalen Öltransports – haben die Sorgen vor Lieferengpässen schlagartig zurückgebracht.

Immerhin – uns Donald hat nun auch hinsichtlich der zunächst angedrohten Sonderabgabe von 20% für den Geleitschutz von Frachtschiffen in der Straße von Hormus erneut bewiesen, dass er unangefochtener Weltmeister im Einer-Rückrudern ist. Mittlerweile fällt mir dazu nur noch ein – im Nachhinein doch irgendwie hörenswerter – Song aus den 80ern ein:

Haindling – Du depperter Depp, Du 1984

Wir Deutschen (ja gut, Niederbayern) waren schon immer visionär.

Als unmittelbare Reaktion (nicht auf das Lied, auf die Eskalation im Nahen Osten) zog der Ölpreis jedenfalls wieder spürbar an. Für den Aktienmarkt verheißt dieses Szenario im Zweifel nichts Gutes: Steigende Energiekosten schüren neue Inflationsängste und engen gleichzeitig den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen ein – ein giftiges Umfeld, das den Bären aktuell zusätzliche Argumente liefert.

BUND-FUTURE

Chart von stock3.com

Auch die jüngste Auktion zehnjähriger Bundesanleihen verlief enttäuschend. Der Bund-Future erweckt als Zins-Seismograph nicht den Eindruck, als würden die Käufer das aktuelle Rendite-Niveau mit großer Begeisterung als attraktiv einstufen. Aktuell tänzelt die Rendite um die charttechnische Marke von 3,10/3,15% herum, was einen Ausbruch nach oben vorerst verhindert. Da die Renditen im Gegenzug aber auch nicht spürbar nachgeben, gilt es abzuwarten, welche Seite letztlich die Oberhand gewinnt.

Im Anlage-Universum des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM – also den 160 Titeln aus DAX, MDAX und SDAX – erreichten in der zurückliegenden Woche immerhin 7 Aktien ein neues 52-Wochen-Hoch (Vorwoche: 10), während lediglich ein Wert auf ein neues 52-Wochen-Tief fiel (Vorwoche: 11). Das liest sich auf den ersten Blick eigentlich nicht einmal schlecht. Die „optische“ Verfassung der deutschen Indizes sollte aber zur Vorsicht mahnen – insbesondere auch vor dem Hintergrund der vor uns liegenden schwierigen saisonalen Phase.

Den Bullen drohen ein wenig die Argumente auszugehen: Neben den geopolitischen und wirtschaftlichen Bremsspuren belasten niedrige Liquiditätsquoten (Stichwort: Wer hat noch Pulver trocken für Investments?) sowie massive Investitionen in mehrfach gehebelte Derivate und ETFs. Sollte der Markt erst einmal ins Rutschen geraten, droht durch die hohe Hebelwirkung eine Kettenreaktion, die Verkäufe und Margin-Calls auslösen und schlussendlich eine erhöhte Abwärtsdynamik nach sich ziehen könnte.

Im Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM sind jüngst bei einer Vielzahl an Titeln die Stop-Signale in greifbare Nähe gerückt. Aktuell ist der Fonds noch mit 19 Titeln (von 20 bei Vollinvestition) und einer Aktienquote von rund 86,9% investiert.

Zum aktuellen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link:

Portfolio – Deutsche Aktien System

An Langeweile wird es uns in Anbetracht der aktuellen Vorzeichen an den Märkten aller Voraussicht nach nicht fehlen. Lassen wir uns überraschen – Let’s get ready to rumble!

DAX angezählt: Bären kontern mit linkem Aufwärtshaken

Kaum hatten die Bullen den DAX nach monatelangem Ringen endlich auf ein neues Allzeithoch befördert, setzen die Bären seit gestern beeindruckende Wirkungstreffer und schütteln den DAX mit einer kräftigen Linken durch.

Zwar war die zuletzt angezogene Volatilität ein Warnsignal für zu viel Allzeithoch-Euphorie, doch so wirklich rechnen wollte man mit dem Aufbäumen der Bären nach der überzeugenden Vorstellung des DAX Ende letzter Woche nicht. Nun kämpft der DAX mal wieder mit der 25.000 Punkte-Marke – zurück auf Los also.

Die Dynamik, die der über Monate lethargische DAX Ende letzter Woche plötzlich zeigte, droht nun im Keim zu ersticken.

DAX

Chart von stock3.com

Zuletzt sahen wir eine deutliche Sektor-Rotation – weg von den stark gestiegenen KI- und Chip-werten, hin zu den vernachlässigten Sektoren. Einige Schwergewichte wie Siemens und Allianz bildeten neue Jahreshochs aus und zogen den DAX nach oben, während die Highflyer der letzten Wochen ordentlich Federn lassen mussten.

Ein Paradebeispiel für die jüngst zu sehenden Rotationen bzw. Umschichtungen ist auch die Aktie von Bayer. Nach einer monatelangen, zähen Bodenbildung im Bereich von 34 bis 40 Euro zündete der Wert im Juni den Turbo. Mit dem dynamischen Befreiungsschlag über den charttechnischen Widerstand bei 42 Euro gab es kein Halten mehr. Die Aktie schoss in einer fast vertikalen Rallye bis auf knapp 54 Euro nach oben. Der jüngste, leichte Rücksetzer ist nach dieser explosiven Bewegung eine völlig gesunde Konsolidierung und unterstreicht das neu entfachte Momentum des schwer gebeutelten Chemie- und Pharmariesen.

BAYER

Chart von stock3.com

Auch die lange Zeit vernachlässigten Versorger zeigten jüngst Ambitionen, sich endlich mal wieder in Szene setzen zu wollen.

E.ON

Chart von stock3.com

Während der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM in der Aktie der Allianz noch nicht investiert ist, wurde die Aktie von Siemens jüngst neu in das Portfolio aufgenommen. Weichen musste dafür AlzChem. In Bayer und E.ON ist der Fonds bereits seit einigen Monaten investiert.

Die aktuelle Marktphase verspricht jedenfalls Spannung.

Auf der einen Seite sehen wir derzeit, dass Momentum-Titel – also die Highflyer der letzten Wochen und Monate – deutlich korrigieren. In den letzten beiden Handelstagen hinterließ dies auch im Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM Spuren. Markante Schwächephasen bei Momentum-Titeln gehen größeren Marktverwerfungen häufig voraus. Insofern ist erhöhte Wachsamkeit derzeit oberstes Gebot.

Auf der anderen Seite besteht die Chance, dass sich der Markt über einen fortschreitenden Favoritenwechsel neu positioniert und die neuen Favoriten zeitnah das Zepter in den Indizes übernehmen und den Bullen damit den Rücken stärken.

Für das zweite Szenario spricht, dass im Universum des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM jüngst einige neue Titel mit Kaufsignalen auf sich aufmerksam gemacht haben und auf eine Aufnahme in das Portfolio des Fonds drängen. Diesem Drang der neuen jungen Wilden wird seitens unserer Handelssystematik allerdings erst nachgegeben, wenn die aktuellen Portfoliowerte bestätigte Verkaufssignale auslösen. Angezählt sind hier inzwischen einige.

Derzeit ist der DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM mit 19 Titeln (von 20 bei Vollinvestition) und einer Investitionsquote von rund 87% weiterhin nahezu voll investiert.

Zum aktuellen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link: Portfolio DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM

Dass es diverse Titel aus dem Universum des Fonds gibt, die trotz der laufenden Marktkorrektur mit Kaufsignalen auf sich aufmerksam machen, ist grundsätzlich positiv zu werten. Deutlich kritischer wäre das Markt-Sentiment zu bewerten, wenn sich keine Titel mehr aus der Deckung wagen würden. Soweit ist es derzeit erfreulicherweise noch nicht.

Zu beachten ist an dieser Stelle allerdings, dass der deutsche Aktienmarkt Investoren aus historischer Sicht in den Sommer- und Herbstmonaten mit sehr markanten, wiederkehrenden Verhaltensmustern zur Wachsamkeit mahnt.

  • Juli (Zwischenhoch): Der Monat startet statistisch oft freundlich, angetrieben von frischem Kapital zum Quartalsauftakt. Erst in der zweiten Hälfte dünnen die Handelsvolumina urlaubsbedingt spürbar aus und leiten die typische Sommerflaute ein.

  • August & September (Gefahrenzone): Hier schlägt das saisonale Risiko voll zu. Der umsatzarme August sorgt bei schlechten Nachrichten oft für ungebremste Kursausschläge nach unten. Der September hält gar die rote Laterne: Er ist historisch der statistisch schlechteste DAX-Monat des gesamten Jahres mit der höchsten Korrekturwahrscheinlichkeit.

  • Oktober (Wendepunkt): Der Oktober hat zwar den Ruf eines „Crash-Monats“, fungiert in der Historie jedoch vielmehr als klassischer „Bären-Killer“. Hier finden ausgeprägte Korrekturen meist ihr zyklisches Tief. Sobald der Markt bereinigt ist, setzen erste Käufe ein, die das Fundament für die traditionelle Jahresendrallye legen.

Während also das Zeitfenster von August bis Ende September historisch nach striktem Risikomanagement verlangt, bietet der Oktober meist die strategischen Einstiegschancen für das Schlussquartal.

Ob sich die verbleibenden Monate des durchaus eigensinnigen Börsenjahrgangs 2026 allerdings in das enge Korsett einer Statistik pressen lassen, bleibt abzuwarten.

Wir bleiben für Sie mit der gewohnten systematischen Wachsamkeit am Ball.