„1-2 oder 3 – Letzte Chance vorbei!“ Dieser Slogan aus einer deutschen Kinderquiz-Show passt derzeit irgendwie auf die Entwicklung des DAX. Die Tür in Richtung 27.500 Punkte wurde durch das neue Allzeithoch am Montag letzter Woche eigentlich weit geöffnet. Die Bullen konnten das frische Gras quasi schon riechen – doch die Bären wussten zu kontern und schlugen die Tür zu weiteren Anschlussgewinnen mit brachialer Gewalt wieder zu. Ein vergleichbarer Rohrkrepierer wie die deutsche Elfmeterquote im Spiel gegen Paraguay war damit auch die DAX’sche Offensive nach dem Allzeithoch.
Aus technischer Sicht hätte der DAX bestenfalls nicht mehr unter 25.175/25.200 Punkte rutschen sollen – und erst recht nicht auf Tagesschlusskursbasis unter 25.000 Punkte. Beides ist ihm nicht gelungen. Immerhin hat er die Flinte noch nicht ins Korn geworfen, denn er kokettiert noch mit der 25.000er-Marke. Der jüngste Ausbruch auf das Allzeithoch kann nichtsdestotrotz schnell zur Bullenfalle werden, wenn der DAX das Tief (im Xetra-Handel) der letzten Tage bei rund 24.830 Punkten unterschreitet. Die relative Stabilität der US-Indizes hat vorerst Schlimmeres verhindert.
Aus charttechnischer Sicht sind auf der Oberseite nun die DAX-Bereiche bei 25.200 und 25.465/25.500 Punkten das zu bohrende Brett. Allen Anläufen der letzten drei Tage fehlte die Kraft. Vielleicht hält der kleine Verfallstag an den Terminbörsen (Freitag dieser Woche) den DAX derzeit noch in seiner engen Bandbreite gefangen. Ein Ausbruch in beide Richtungen muss einkalkuliert werden – mit dem Wissen, dass der letzte Ausbruch nach oben ein Rohrkrepierer war. Erster Elfer vergeigt. Wir werden sehen, ob das beim DAX Spuren hinterlässt.
DAX

Chart von stock3.com
Erneute geopolitische Störfeuer: Nahost-Konflikt treibt Ölpreis.
Erschwert wird die ohnehin fragile Lage auf dem Börsenparkett durch die jüngste und erneute Eskalation im Nahen Osten. Die zunehmenden Spannungen rund um den Iran und die konkrete Drohung von Blockaden an der strategisch hochsensiblen Straße von Hormus – dem Nadelöhr des globalen Öltransports – haben die Sorgen vor Lieferengpässen schlagartig zurückgebracht.
Immerhin – uns Donald hat nun auch hinsichtlich der zunächst angedrohten Sonderabgabe von 20% für den Geleitschutz von Frachtschiffen in der Straße von Hormus erneut bewiesen, dass er unangefochtener Weltmeister im Einer-Rückrudern ist. Mittlerweile fällt mir dazu nur noch ein – im Nachhinein doch irgendwie hörenswerter – Song aus den 80ern ein:
Haindling – Du depperter Depp, Du 1984
Wir Deutschen (ja gut, Niederbayern) waren schon immer visionär.
Als unmittelbare Reaktion (nicht auf das Lied, auf die Eskalation im Nahen Osten) zog der Ölpreis jedenfalls wieder spürbar an. Für den Aktienmarkt verheißt dieses Szenario im Zweifel nichts Gutes: Steigende Energiekosten schüren neue Inflationsängste und engen gleichzeitig den Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen ein – ein giftiges Umfeld, das den Bären aktuell zusätzliche Argumente liefert.
BUND-FUTURE

Chart von stock3.com
Auch die jüngste Auktion zehnjähriger Bundesanleihen verlief enttäuschend. Der Bund-Future erweckt als Zins-Seismograph nicht den Eindruck, als würden die Käufer das aktuelle Rendite-Niveau mit großer Begeisterung als attraktiv einstufen. Aktuell tänzelt die Rendite um die charttechnische Marke von 3,10/3,15% herum, was einen Ausbruch nach oben vorerst verhindert. Da die Renditen im Gegenzug aber auch nicht spürbar nachgeben, gilt es abzuwarten, welche Seite letztlich die Oberhand gewinnt.
Im Anlage-Universum des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM – also den 160 Titeln aus DAX, MDAX und SDAX – erreichten in der zurückliegenden Woche immerhin 7 Aktien ein neues 52-Wochen-Hoch (Vorwoche: 10), während lediglich ein Wert auf ein neues 52-Wochen-Tief fiel (Vorwoche: 11). Das liest sich auf den ersten Blick eigentlich nicht einmal schlecht. Die „optische“ Verfassung der deutschen Indizes sollte aber zur Vorsicht mahnen – insbesondere auch vor dem Hintergrund der vor uns liegenden schwierigen saisonalen Phase.
Den Bullen drohen ein wenig die Argumente auszugehen: Neben den geopolitischen und wirtschaftlichen Bremsspuren belasten niedrige Liquiditätsquoten (Stichwort: Wer hat noch Pulver trocken für Investments?) sowie massive Investitionen in mehrfach gehebelte Derivate und ETFs. Sollte der Markt erst einmal ins Rutschen geraten, droht durch die hohe Hebelwirkung eine Kettenreaktion, die Verkäufe und Margin-Calls auslösen und schlussendlich eine erhöhte Abwärtsdynamik nach sich ziehen könnte.
Im Portfolio des DEUTSCHE AKTIEN SYSTEM sind jüngst bei einer Vielzahl an Titeln die Stop-Signale in greifbare Nähe gerückt. Aktuell ist der Fonds noch mit 19 Titeln (von 20 bei Vollinvestition) und einer Aktienquote von rund 86,9% investiert.
Zum aktuellen Portfolio des Fonds gelangen Sie über folgenden Link:
Portfolio – Deutsche Aktien System
An Langeweile wird es uns in Anbetracht der aktuellen Vorzeichen an den Märkten aller Voraussicht nach nicht fehlen. Lassen wir uns überraschen – Let’s get ready to rumble!










